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Mord in der halben Stadt – ein Interview mit Sören Bollmann

Mord in der halben Stadt – ein Interview mit Sören Bollmann

In Deutschland ist seine Krimi-Reihe über ungewöhnliche Kriminalfälle in einer besonderen Region Deutschlands schon fester Bestandteil des Sortiments in den Buchhandlungen und erfreuen sich bei Liebhabern großer Beliebtheit. Sören Bollmanns Trilogie über die “Halbe Stadt” zeigt auf eine spannende Art und Weise, wie das Auflösen von Morden und Kriminalfällen in der Grenzregion zwischen Deutschland und Polen funktioniert. Und das mit allen Hindernissen, die man sich vorstellen kann: von Vorurteilen bis hin Kommunikationsschwierigkeiten kommt alles in seinen Krimi vor und dabei schreibt Bollmann detailliert und spannend bis zur letzten Seite.

Das Team von POLANDO.de hat den Autor bei einer seiner öffentlichen Lesungen getroffen und mit ihm gesprochen.

Wie kommt man auf die Idee einen Kriminalroman über Frankfurt (Oder) und Słubice zu schreiben?

Was mich dabei interessiert hat, worauf ich Lust hatte, war es Geschichten zu erzählen aus Frankfurt und Słubice und ich habe dafür die Form des Krimis gewählt, weil ich dachte, dass ein Krimi die Form ist, die viele Menschen interessiert. Auch dass dadurch der Zugang zu den Lesern durch das Medium des Krimis ein bisschen einfacher ist, als wenn ich ein anderes Medium gewählt hätte.

Sie kommen aus Duisburg, wieso wohnen Sie jetzt in Frankfurt (Oder)? Was hat Sie an dieser Stadt so gereizt, dass Sie dann hiergeblieben sind?

Seit 16 Jahren wohne ich hier mit meiner Familie. Meine Frau kommt aus Poznań und deswegen haben wir uns für uns und unsere Kinder einen Ort ausgesucht, wo wir in beiden Sprachen leben können, wo die Kinder beide Sprachen lernen können. Wir wollten nicht nach Berlin und Poznań, weil wir in der Grenzregion bleiben wollten. So blieb uns nur noch Görlitz und Frankfurt – und wir fanden Frankfurt und Słubice spannender und lebendiger als Görlitz. Und deswegen sind wir hier hingezogen.

Das ist auf jeden Fall eine schöne Motivation hier zu wohnen. Finden Sie eigentlich die deutsch-polnische Freundschaft wichtig? Wo sehen Sie eventuell Nachholbedarf?

Ich finde die schon wichtig, weil ich finde, dass die deutsch-polnische Zusammenarbeit sehr bereichernd ist. Und das in verschiedenen Bereichen und deswegen finde ich das wichtig, dass es gelingt, obwohl es nicht immer einfach ist. Auch hier in der Grenzregion, wo wir direkt zusammenleben, können wir einfach auch für die jeweiligen Stadthälften, für beide Teile der Region viel mehr zusammen machen und viel attraktiver sein auch für Leute, die hier hinkommen, als wenn jeder nur auf seiner Seite versucht die Probleme immer allein zu lösen. Unsere Probleme sind häufig auch ziemlich ähnlich.


Auf jeden Fall. Wie ist denn Ihr Buch bisher angekommen? Haben Sie viel positive Kritik erfahren?
Ja. Die Kritik zu den drei Büchern war sehr unterschiedlich, da die Bücher auch recht unterschiedlich sind. Das Erste war vor allen Dingen der erste deutsch-polnische Krimi, der hier spielt. Das Zweite wurde in einer Rezension eine „Sozialstudie der Doppelstadt“ genannt. Da spielen Jugendliche eine große Rolle. Es gibt Einbrüche, Diebstähle auf allen möglichen Ebenen und im Laufe des Buches bestiehlt fast jeder jeden. Damit wollte ich so ein bisschen diese Thematik von Grenzkriminaltät ein bisschen auf die Spitze treiben. Und der Dritte ist die Geschichte eines Serienmörders, der sich Frankfurt und Słubice ausgesucht hat, um hier seine Morde zu begehen – und das ist ein etwas härterer Krimi, als die ersten beiden davor. Deswegen… Alle sind sehr unterschiedlich, deswegen waren auch die Kritiken auch sehr unterschiedlich. Aber durchschnittlich durchaus positiv und mit Interesse – bisher zumindest. (lacht)

In welchem Land haben Sie mehr Leser: In Deutschland oder in Polen?

Bisher in Deutschland, weil die drei Bücher auf Deutsch erschienen sind und das Erste auf Polnisch erst seit knapp einem Monat. Aber ich hoffe, dass sich verändert. Ich habe so die Idee, dass das Interesse in Polen an so einem deutsch-polnischen Krimi sogar noch ein Stück über die Grenzregion hinausgeht. Ob das so ist, müssen wir gucken – hängt davon ab, ob mein Verleger sich mit einem Vertrieb verständigen kann, weil da laufen zurzeit die Gespräche damit das über die Grenzregion noch ein bisschen hinausgehen kann.

Haben Sie Pläne die Reihe noch weiterzuführen oder komplett neue Bücher zu verfassen?

Sowohl als auch. Ich habe noch die Idee für einen vierten und fünften Band. An dem Vierten schreibe ich schon, aber ich schreibe auch an einem anderen Buch, was gar nichts mit Krimi zu tun hat. Ich habe in meinem Vortrag eben schon kurz gesagt, dass ich auch ein Kinderbuch geschrieben habe – das war eigentlich das Erste, was ich geschrieben habe vor vier Jahren, aber es wird jetzt erst im nächsten Jahr veröffentlicht. Das habe ich für meine Kinder geschrieben. Wir haben vier Kinder, die sind so zwischen dreizehn und zweiundzwanzig und für die habe ich ein Buch geschrieben. Und jetzt arbeite ich noch an einem Buch, das nenne ich für mich “Europaroman“. Da geht es um die verschiedenen europäischen Länder und es hat mit Krimi nichts zu tun.


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Das hört sich auf jeden Fall sehr spannend an. Dann danke ich Ihnen für das Interview.

Gern geschehen.


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Klaudia

Über Klaudia

Ich bin geborene Ostwestfälin und eine lebensfrohe Master-Studentin. Als Tochter von polnischen Einwanderern spreche ich nicht nur 2 Sprachen fließend, sondern weiß auch alles, was es über das Leben zwischen zwei Kulturen zu wissen gibt.
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