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4. Juni 1989 – ein wichtiges Datum in der polnischen und europäischen Geschichte

4. Juni 1989 – ein wichtiges Datum in der polnischen und europäischen Geschichte

Am 4. Juni feiert Polen den Jahrestag eines sehr wichtigen Ereignisses. Es ist auch ein sehr wichtiges Datum in der Geschichte ganz Europas, das auch in Deutschland eine neue Ära eingeleitet hat. Was geschah am 4. Juni 1989 in Polen und warum lohnt es sich, an dieses Ereignis zu erinnern?

Was geschah am 4. Juni 1989 in Polen?

Die Parlamentswahlen in Polen, die am 4. Juni stattfanden, werden auch als Juni oder Vertragswahlen bezeichnet. Sie wurden nach den Regeln durchgeführt, die während der Gespräche am Runden Tisch vereinbart wurden (Gespräche am Runden Tisch – die in der Übergangsphase vom kommunistischen Regime zur demokratischen Republik zwischen dem 6. Februar und dem 5. April 1989 in Warschau stattfanden).
Im Ergebnis der Wahlen vom 4. Juni 1989 wurden 460 Abgeordnete in den Sejm der Volksrepublik Polen und 100 Senatoren in den neu geschaffenen Senat der Volksrepublik Polen gewählt.

  • Dies waren die ersten halbwegs freien Wahlen in der polnischen Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. „Halbwegs“, denn die Vertreter der Behörden der Volksrepublik Polen bei den Wahlen vom 4. Juni 1989 garantierten sich selbst mindestens 299 (65%) Sitze im Sejm.
  • Die verbleibenden Sitze für Abgeordnete, die sich auf 61 Sitze (35 % aller Sitze) beliefen, wurden an parteilose Kandidaten vergeben.
  • Bei den Wahlen vom 4. Juni 1989 war der Kampf um alle Senatssitze (100) völlig demokratisch.
  • Die Wahl endete mit einem entscheidenden Sieg für die Solidarność-Opposition, die sich um das Bürgerkomitee (Komitet Obywatelski) von Lech Wałęsa organisiert hatte. Kandidaten, die vom Bürgerkomitee unterstützt wurden, gewannen alle überparteilichen Sitze und nahmen auch 99 von 100 Sitzen im Senat ein.
4. Juni 1989 – ein wichtiges Datum in der polnischen und europäischen Geschichte
Wahlplakat des Bürgerkomitees, Quelle: archiwum.kalisz.pl

Die Auswirkungen Wahlen im Polen

Polen wurde das erste Land des sogenannten „Ostblocks“, in dem Vertreter der demokratischen Opposition wirklichen Einfluss auf die Machtausübung erlangten. Die Wahlen von 1989 gelten als ein Durchbruch im politischen Transformationsprozess in Polen und hatten einen großen Einfluss auf die Veränderungen in den übrigen von der UdSSR beeinflussten Nachkriegsländern. Unter anderem lösten diese Ereignisse in Polen bahnbrechende Revolutionen in der DDR, der Tschechoslowakei, Ungarn und Bulgarien aus.

  • 9. November 1989 – symbolischer Fall der Berliner Mauer, 3. Oktober 1990 – Deutsche Wiedervereinigung
  • Am 25. März 1990 fanden in Ungarn die ersten freien Parlamentswahlen in Mittel- und Osteuropa statt
  • Am 10. Juni 1990 fanden in Bulgarien die ersten freien Parlamentswahlen statt
  • 8.-9. Juni 1990 erste freie Wahlen in der Tschechoslowakei seit 44 Jahren

Vorschaubild: Wahlposter 1989 – Projekt Andrzej Budka – „Dla Solidarnosci 1989“, Quelle: Archiwum polskiego plakatu politycznego

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