Zentral – und Ostpolen

Masowien mit Warszawa/Warschau und das Gebiet um Lodz sind polnisches Stammland. In der überwiegend flachen Region gibt es wichtige industrielle Zentren, der größte Teil ist jedoch landwirtschaftlich geprägt. Masowien ist die dicht besiedelte Woiwodschaft Polens, doch die Hälfte der fünf Millionen Einwohner lebt im Großraum Warschau. Das südlich angrenzende, bis zu 600 Meter hohe Swietokrzysze – Gebirge zählt zu den ältesten Bergmassiven Europas. Im Südosten zwischen Weichsel und weißrussischer Grenze erinnert nicht nur die Landschaft an die Toskana: Städte wie Sandomierz, Kazimierz Dolny und Zamosc strahlen südländisches Flair aus.

Städtebeschreibung

Warszawa/Warschau

König Sigismund III. Wasa erklärte Warschau 1596 zur Hauptstadt Polens. Gegen Ende des 2. Weltkriegs war Warschau zu 80 Prozent zerstört, Schritt für Schritt wurden die Häuser der Altstadt und die prunkvollen Paläste originalgetreu wieder aufgebaut.

Warschau galt früher als graue Beamtenstadt, hat sich aber in den letzen Jahren zu einer der attraktivsten Hauptstädte in Mittel- und Osteuropa entwickelt. Internationale Stars treten hier zu großen Konzerten auf, in den zahlreichen Klubs und Diskotheken tanzt die Jugend zu Techno- und HipHop-Musik. Das Angebot an Restaurants, Cafés und Bars ist international.

Sandomierz (21.000 Einwohner)

Im Osten der Region zählt zu den schönsten Städten Polens. Terrassenförmig über den Ufern der Weichsel gelegen, war die Stadt Jahrhunderte lang durch den Getreide- und Holzhandel auf diesem wichtigen Wasserweg geprägt worden. In der Altstadt hat sich die aus dem 14. Jahrhundert stammende Stadtstruktur bis heute erhalten.

Kazimierz Dolny (5.000 Einwohner)

Am Ufer der Weichsel, zieht besonders im Sommer Scharen von Malern, Bildhauern, Fotografen und Kunststudenten an, die für das faszinierende Ambiente und die besonderen Lichtverhältnisse schwärmen. Dann verwandelt sich nicht nur der Marktplatz in eine große Galerie: In jeder Kneipe ist noch mehr zeitgenössische Kunst als ohnehin schon zu finden.

Lodz (850.000 Einwohner)

Die zweitgrößte Stadt Polens, aber touristisch noch weitgehend unentdeckt. Sehr zu unrecht. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der rasante Aufstieg zu einem der bedeutendsten Textilzentren der Welt. Lodz entwickelte sich zum „Manchester des Ostens“. In kaum einer anderen europäischen Stadt lässt sich die Geschichte der industriellen Revolution besser ablesen wie in Lodz. Die Stadt entwickelt sich zunehmend zum Dienstleistungszentrum mit einer sehr aktiven Kulturszene.

Warschau bei Nacht

Rathaus in Sandomierz

Altstadt Kazimierz Dolny

Stadt Lodz

 

Schon 1953 war der Wiederaufbau der historischen Altstadt abgeschlossen, seit 1984 steht auch das Königsschloss wieder in seiner ursprünglichen Form. Wie die Nixe vorausgesagt hatte: Warschau war letztlich unzerstörbar.
Bedeutendstes Bauwerk in Sandomierz ist die 1360 errichtete Kathedrale. Im Inneren zeigt ein berühmtes Wandgemälde einen Überfall der Tataren aus dem Jahr 1259. Sehenswert sind auch die prachtvoll verzierten Rokokoaltäre.
Torbögen, Türmchen und die pastellfarbenen, mit Ornamenten versehenen Fassaden dieser Spätrenaissance-Bauten lassen die Augen der Touristen oft minutenlang auf Entdeckungsreise gehen. Auf einem Hang thront die Ruine des alten Königspalastes. Lodz ist das Zentrum der Filmindustrie in Polen. An der dortigen Filmhochschule studierten bekannte Regisseure wie Roman Polanski und Andrzej Wajda. Im ehemaligen Palast von Karl Scheibler am pl. Zwyciestwa befindet sich das cinematografische Museum der Stadt.