Die Besiedlung Polens

Gegen Ende des 1.Jahrtausends v.u.Z., gelangte ein slawischer Zweig des indoeuropäischen Stammes zwischen Wisla und Oder und verdrängte die dort lebenden Bewohner. Die seit etwa 1.600 Jahren v.u.Z. durch den Zustrom von Menschen aus den Dnepr- und Donaugebieten, die an Stelle verstreuter verschiedenartigen Lebensformen, hier eine recht einheitliche Kultur entstehen ließen.

Im 1.Jahrhundert v.u.Z. ist bereits der Fluss Wisla auf römischen Karten eingetragen. Der Handel, vor allem mit Bernstein und Sklaven blühte. Die ersten 4 Jahrhunderte unserer Zeitrechnung werden auch als römische Epoche bezeichnet. In dieser Zeit beginnt der Zerfall der Urgemeinschaft, die durch die Territorialgemeinschaft ersetzt wurde und die ersten primitiven politischen Organisationen beginnen sich zu herauszubilden.

Im 4. – 6. Jahrhundert kommt es zu einer Bewegung der Slawen in die Territorien südlich der Karpaten und in das Elbegebiet. Schon im 8. und 9. Jahrhundert unterhielten die Gebiete des späteren Polens ständige Kontakte mit vielen Ländern des frühmittelalterlichen Europas (mit Franken, Skandinavien und der Ruß).

Die erstmalig auftauchende Bezeichnung „Polen“ wird im 10./11.Jh von ausländischen Chronisten benutzt, es bedeutet auf deutsch so viel wie: Felder.

Typische slawische Rundburg
Eine typische slawische Rundburg aus dem Frühmittelalter, es begannen sich slawische Stämme in den heutigen polnischen Gebieten anzusiedeln.

Die Piastendynastie

Im 7. bis 9. Jahrhundert war die Differenzierung der Gesellschaft auf polnischem Boden rasch vorangeschritten. Ein staatlicher Mittelpunkt von längerer Dauer entstand etwa Ende des 9.Jahrhunderts auf dem Gebiet Großpolens, das von dem Stamm Polanen besiedelt war. In dieser mächtigen Burgsiedlung „Gniezno“ herrschte die Piastendynastie.

Die Polanen erweiterten ihre Gebiete bedeutend, indem sie das Land der oberen Bzura eroberten und die Gebiete der Pommerellen, Masowien und Pomorze Gdansk ihrem Staat einverleibten. Die Vereinigung wurde durch die Einheitlichkeit der wichtigsten kulturellen, ethnischen und sprachlichen Merkmale erleichtert.

Als Nachfolger seiner Vorfahren und uns der erste bekannte piastische Fürst (wahrscheinlich aus der 3. Generation) ergreift 960 Mieszko die Macht über das Polanen Land (960 -992).

Fürst Mieszko I.
Burgsiedlung „Gniezno“

War der erste historisch nachweisbare Fürst der Polanen und damit Vorläufer der Herzöge und Könige Polens. Er gilt als Sohn des legendären Fürsten Siemomysł, aus der Piasten-Dynastie.
Gniezno gilt als eine der ältesten Städte Polens; ab dem 9. Jahrhundert war es das politische Zentrum des sich allmählich herausbildenden Staates der Piasten.

Der Anfang des Christentums in Polen

Im Jahr 966 folgt der Landesherr Polens dem Beispiel anderer slawischer Völker, sowie Ungarn und Skandinavien, die im 8.-10. Jahrhundert christlich getauft wurden. Polens Taufe (966) wurde durch die Ehe Mieszko mit der böhmischen Prinzessin Dobrawa (965) erleichtert.

Der Taufakt stellt einen entscheidenden Moment in der Polnischen Geschichte dar. Es war der Beginn des Konsolidierungsprozesses, die Macht des Fürsten verbindet sich mit dem Christentum. Schon 968 erhielt das Piastenland einen Missionsbischof in Posen.

Durch seine zweite Ehe mit der Tochter eines deutschen Markgrafen, kann Mieszko ab 974 an den kaiserlichen Hoftagen teilnehmen und ab 986 galt er als Lehnsmann des Kaisers Otto der I. Im Jahre 990 festigt Mieszko die Verbindung zwischen dem Papsttum und Polen dadurch, dass er sein Land dem heiligen Petrus schenkte (d.h. dem Papst unterstellte). So fügte er, durch die Bindung an Kaiser und Papst, sein Land und damit das spätere polnische Volk in die vom römischen Christentum bestimmte westliche Welt ein.

Religiöse Skulpture der geweihten Kirchen
Darstellung des christlichen Glaubens
Eine Erinnerung an die Missionen aus Regensburg sollten hier noch vor der Gründung des Prager Bistums (im Jahre 973) die späteren St.Wolfgang geweihten Kirchen sein, dessen Kult sich in der Region bezieht.
Für die polnische Kirchenprovinz wurde 968 ein dem Papst unterstehendes Missionsbistum in Posen gegründet mit Bischof Jordanes an der Spitze.