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Die drei Teilungen Polens

Die russische Polenpolitik wurde durch einen Aufstand der Konförderation von Bar 1768-1772 beendet. (Es war die Antwort auf den sich immer steigernden politischen Druck Russlands)

Die erste Teilung

Als Kompromiss beschlossen die Russen, einen preußischen Plan für die Teilung Polens zu unterstützen. Durch einen Vertrag im Jahr 1772 verlor Polen fast 30% seines Gebiets. Danach leitete Polen ein radikales Reformprogramm in die Wege.

1791 gab sich Polen die erste kodifizierte Verfassung Europas und die zweit modernste nach den Vereinigten Staaten. Sie beinhaltete den Begriff der Volkssouveränität und aus dem Rat der 18 Senatoren und 18 Landboten bildeten sich die Kommissionen für Äußeres, Inneres, Heerwesen, Rechtswesen und Finanzen. Selbständiger waren die Erziehungskommission und das erste Kulturministerium Europas. Die Regierung erhielt ein Kabinett, das dem Sejm Rechenschaft schuldig war.

Die zweite Teilung

Das war den Russen zuviel und sie überfielen Polen, nachdem sie den Preußen Gdansk in Aussicht stellten.

Trotz des Widerstand unter Tadeusz Kosciuczko (einem Helden aus dem amerikanischem Unabhängigkeitskrieg), kommt es zur zweiten Teilung Polens (1793). Mit der zweiten Teilung wurde auch die Verfassung aufgehoben.

1794 rief Kosciuczko zum nationalen Aufstand auf und siegt überraschend gegen die Russen in der Schlacht von Raclawice. Sein Heer bestand damals überwiegend aus mit Sensen bewaffneten Bauern, die er vorher durch ein Manifest zu freien Männern erklärte. Dieser Aufstand wurde aber am 4.11.1794, nachdem die Russen die Warschauer Vorstadt Praga erstürmten und dabei 12 000 Wehrlose erschlugen oder ertränkt hatten, niedergeschlagen.

Die dritte Teilung

Mit der dritten Teilung verschwand Polen von der Landkarte. Russland bekam den Hauptgewinn Danzig, sowie die Gebiete östlich von Bug und Niemen (Memel). Österreich bekam als Kompensation für das an Frankreich verlorene Belgien, den Hauptteil Kleinpolens (Westgalizien). Preußen schloss sich dem russisch-österreichischen Teilungsvertrag an und erhielt den Rest Polens (Neuostpreußen, Neuschlesien) einschließlich Warschaus, welches die anderen Mächte wegen ihrer Aufsässigkeit nicht haben wollten. In einem Zusatzvertrag einigten sich die Teilungsmächte 1797, auch den Namen „Polen“ abzuschaffen.

  1. Kupferstich prägte Johann Esaias Nilson für lange Zeit das Bild von der Ersten Teilung Polens im Jahr 1772. Gleichzeitig hielt der massenhaft verbreitete Stich die Erinnerung an die Existenz Polens in den Köpfen zahlreicher Patrioten wach.
  2. Kampf um die Freiheit gegen die Invasionsmächte Preußen und Russland unter General Tadeusz Kościuszko während des polnischen Nationalaufstands 1794.
  1. Insgesamt verlor Polen bei der ersten Teilung knapp 200.000 km² mit 4,5 Millionen Einwohnern. Es blieben ihm 527.000 km² mit 7 Millionen Menschen. Als österreichische und preußische Truppen schon seit 1769 in Teilen Polens einmarschiert sind und sie besetzt hatten.
  2. Im polnischer Rumpfstaat brach ein nationaler Aufstand aus, der von dem General Tadeusz Kościuszko angeführt wurde, der Jahrzehnte zuvor erfolgreich im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hatte.

Polen im Zeitalter Napoleons

1799 Exilpolen mit verschiedenen Oppositionsgruppen sahen eine Hoffnung für die Befreiung und Unabhängigkeit Polens in dem revolutionären Frankreich. Es wurden  3 polnische Legionen als Teil des französischen Heeres aufgestellt, für die Kosciuscko den Oberbefehl ablehnte, weil er Napoleon für größenwahnsinnig hielt, und ihm unterstellte, Polen für seine eigene Zwecke zu benutzen.

1806 griff Napoleon Preußen an und im Frieden von Tilsit (Juli 1807) musste Preußen seinen Gewinn aus der 2. und 3. Teilung Polens sowie den Netze Distrikt abtreten.

1809 nachdem Österreich von Napoleon besiegt war, musste dieses das gewonnene Westgalizien an das Herzogtum wieder abtreten. Napoleon schuf daraus zwei Vasallenstaaten: das Herzogtum Warschau (2,6 Mil. Bew.) und die Freie Stadt Danzig.

Napoleons misslungener Marsch auf Moskau war für die Polen genauso katastrophal wie für die Franzosen. Nachdem die Russen das Herzogtum Warschau besetzt hatten, widerspiegelte das auch die ausweglose Lage der gesamten polnischen Nation.

  1. Auf dem Bild Fürst Józef Antoni Poniatowski mit Kaiser Napoleon während der Schlacht. ( Gemälde von January Suchodolski, 19. Jahrhundert )
  1. Durch die Niederlage der polnisch-französischen Allianz in der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 war Polens Schicksal besiegelt. Nachdem Napoleon das winzige Herzogtum rücksichtslos in die Pflicht genommen, und das polnische Vertrauen und die Loyalität in seine Person zur Errichtung eines freien, unabhängigen Polens mit wankelmütigen Versprechungen missbraucht hatte.
  1. Als Kongresspolen bezeichnete man das 1815 auf dem Wiener Kongress (daher der Name) geschaffene und durch Personalunion mit dem Russischen Reich verbundene konstitutionelle Königreich Polen.
  1. Von russischer Seite wurde es auch als Weichselgebiet bezeichnet. Der unmittelbare Vorgängerstaat war das von Napoleon 1807 gegründete Herzogtum Warschau. Zar Nikolaus hob nach dem Aufstand von 1830 die Verfassung von 1815 im Jahre 1831 auf.

Der Wiener Kongress

1814-1815 berief man den Wiener Kongress ein. Preußen verzichtete auf das südliche Sachsen und erhielt dafür den westlichen Teil des Herzogtums Warschau (mit Posen, Gnesen, Thorn). Die Wiener Schlussakte von 9.6.1815 legte dann die Grenzen fest, die im Wesentlichen bis 1914 Bestand hatten. Der Hauptteil des Herzogtums Warschau wurde als Königreich Polen bezeichnet. Es behielt auch sein eigenes Parlament, Verwaltungs- und Schulsystem. Der Westen kam als Großherzogtum Posen an die Preußen. Krakau wurde freie Stadt unter dem gemeinsamen Schutz von Russland, Österreich und Preußen. So blieb die polnische Frage praktisch weiter ungelöst und Krakau wurde so zur symbolischen Hauptstadt einer verschwundenen Nation. Ein Besitz des russischen Kaisers auf ewig.

Ein Aufstand im November 1830, in deren Mittelpunkt ein Anschlag auf den Bruder des Zaren stand. Der Fakt, dass das polnische Parlament Zar Nikolaus als König von Polen ablehnte, da er die Wiederherstellung der polnischer Verfassung und die Vereinigung mit Litauen verweigerte, führte dazu, Zar Nikolaus (am 25.1.1831) offiziell als polnischen König abzusetzen. Daraufhin erfolgte eine russische Invasion.

Am Ende des Folgejahres waren die Polen geschlagen und ihre Verfassung wurde außer Kraft gesetzt. Viele Polen gaben jede Hoffnung auf nationale Souveränität auf, und kurz darauf setzte die erste große Auswanderungswelle, vor allem nach Amerika, ein. Ebenso misslang ein Aufstand gegen Österreich im Jahre 1846, das bedeutete auch das Ende der Unabhängigkeit von Krakau.

Gegen Ende des 19.Jhd. entstanden auch in Polen verschiedene neue politische Parteien und Bewegungen. Die wichtigsten waren: die PPS (Polnische Sozialistische Partei), die in den Städten des russischen Teil Polens tätig war; die Nationalistische Liga, deren Machtbasis in den Rangprovinzen lag; die Bauernbewegung von Galizien; und die Christdemokraten, die unter den schlesischen Katholiken dominierten.

  1. Delegierte des Wiener Kongresses in einem zeitgenössischen Kupferstich (koloriert) von Jean Godefroy nach dem Gemälde von Jean-Baptiste Isabey.
  2. Russische Truppen auf den Straßen Warschaus. Die Nachricht von Revolutionen in Paris und in Belgien im Jahre 1830 ließ auch eine Gruppe von Warschauer Verschwörern zu den Waffen greifen.
  1. Auf lange Sicht gesehen war die polnische Nation nach den Wiener Beschlüssen von 1815 nicht bereit, den Status Quo zu akzeptieren. Der Wunsch nach einem eigenen Staat war ungebrochen. Die katholische Kirche wuchs aufgrund ihrer beibehaltenen Strukturen immer stärker in die Rolle einer Bewahrerin der Traditionen hinein.
  2. Am 28. November desselben Jahres brach der Aufstand gegen die russische Bevormundung aus, der jedoch keine konkreten politischen Zielvorstellungen hatte. Aufgrund der zögerlichen russischen Reaktion gelangen zunächst einige Erfolge, die den im Dezember zusammengetretenen Sejm dazu bewogen, die Dynastie der Romanows für abgesetzt zu erklären.

Polens historisches Wirken in dieser Zeit

Polens historisches einwirken in dieser Zeit

Als größte polnische Gelehrte nach Kopernikus, erhielt Marie Curie-Sklodowska (die in Paris tätig war), zweimal den Nobelpreis. Großen Anteil hatten die Polen als Erbauer von Eisenbahnlinien und Brücken in den Ländern Nord- und Südamerikas. Eine technische Spitzenleistung von Kazimierz Gzowski war die Konstruktion der International Bridge in Kanada, einer Brücke über den Niagara, die Kanada mit den Vereinigten Staaten verband.

Im Bereich der Literatur zogen berühmte Persönlichkeiten die Aufmerksamkeit auf sich: Adam Mickiewic, in Frankreich besonders Wilhelm Apolinary Kostrowicki, mehr als Guillaume Apollinaire bekannt, und in England Joseph Konrad (Jozef Teodor Konrad Korzeniowski). Als Meister des historischen Berichts wurde Henryk Sienkiewicz bekannt, der für seinen Roman „Quo Vadis?“ 1905 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Anfang des 20. Jhd. wurde der Virtuose (Pianist) und Komponist Ignacy Paderewski zum berühmtesten Polen der Welt. Das größte Gut aber hinterließ seinem Volk und der Welt, Fryderyk Chopin, mit seinen Werken.

  1. Maria Sklodowska-Curie, Vertreterin des polnischen Positivismus
  2. Fryderyk Chopin – Papierabzug einer Daguerreotypie aus dem Jahr 1849
  1. In Anlehnung an das Hauptwerk „Positive Philosophie“ des französischen Philosophen Auguste Comte nannten sich diejenigen, die der Bewegung angehörten, Positivisten. Zu ihr gehörte auch die Wissenschaftlerin Marie-Sklodowska Curie, geb. Skłodowska.
  2. Er gilt als einer der einflussreichsten und beliebtesten Klavierkomponisten des neunzehnten Jahrhunderts und als bedeutendste Persönlichkeit in der Musikgeschichte Polens.
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