Die Jagiellonen-Dynastie

1385 erfolgte die Zusammenkunft Polens und Litauens. Durch die Heirat der polnischen Thronerbin Hedwig mit dem Großfürsten von Litauen wurde die Personalunion Polens mit Litauen verwirklicht. Polen-Litauen war zur Zeit seines Zusammenschlusses unter den Jagiellonen der größte Flächenstaat in Europa. Ein Königreich das sich gegen die benachbarten Tataren, das wachsende Interesse Moskaus an der Ausdehnung Richtung Westen und der Expansion des Deutschen Ordens wehren konnte. Zu einer entscheidenden Auseinandersetzung und zugleich einer der größten Schlachten des Mittelalters kam es am 15.Juli 1410 auf den Feldern von Grunwald (Tannenberg), wo die polnisch-litauische Armee das Ordensheer zerschlug. Am 1. Februar 1411 wurde bei Thorn der Thorner Frieden abgeschlossen. Bis in das nachfolgende Jahrhundert war die Verteidigung gegen Moskau mit Verlusten von einigen Gebieten Polens geprägt. Auch die Niederlage der Russen gegen die polnisch-litauischen Unionstruppen unter der Führung des Großhetman Litauens Konstanty Ostrogski. In einer der größten Schlachten des 16. Jahrhunderts, der Schlacht bei Orscha im Jahr 1514, konnte kaum etwas ändern.

1413 wird die Eigenstaatlichkeit Litauens durch die Tagfahrt von Horodlo und die Erneuerung der polnisch-litauischen Union bestätigt. Die familiäre Verbundenheit der sozialen Oberschicht verband die beiden Länder bis ins 19.Jh miteinander.

Der Tod des litauischen Großfürsten Witold, der vergeblich auf seine Krönung wartete, rief in Litauen Bürgerkrieg hervor. Auf Veranlassung des Kaisers Sigismund griff der Deutsche Orden auf Seiten der Unionsfeinde in den Krieg ein, wurde aber geschlagen und musste 1430 mit Polen und Litauen den Frieden von Kujawisch Brest abschließen. Der Frieden schloss Ansprüche von dritter Seite aus (Kaiser, Papst), damit war der Orden von seinen Schutzmächten getrennt und hatte aufgehört, eine Großmacht darzustellen.

Nach dem Dreizehnjährigen Krieg (1454-1466), den der Deutsche Orden gegen seine eigenen Vasallen führte, weil sie die Oberhoheit des polnischen Königs Kazimierz Jagellonczyk anerkannt hatten, öffnete sich wieder der Zugang zum Meer, dass beschleunigte die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Die Jagiellonen bauten ihre Macht weiter nach Westen aus. Die böhmische Krone errangen sie durch politische Schachzüge im Jahr 1479, nach den Religionskriegen mit den Hussiten, die Krone Ungarns folgte 1491. Diese Staatsverbindungen hatten aber kein langen Halt.

Im 14. und 15. Jhd. entstanden umfangreiche polnische Übersetzungen, u.a. die ganze Bibel für Königin Zofia sowie andere religiöse, darunter hussitische Texte. Die prächtigsten gotischen Bauwerke entstanden innerhalb des damaligen polnischen Staates in Krakow (Universität u. Stadttore), in Gniezno und in Gdansk, wobei die Gdansker Marienkirche vielleicht der schönste gotische Bau in Pommerellen ist.

Polen-Litauen steigt im 15. Jhd. zur politischen und militärischen Führungsmacht in Osteuropa auf.

Großfürst Wladyslaw II. Jagiello
Schlacht bei Tannenberg
Schlacht bei Orscha
Kazimierz Jagellonczyk
Der Begründer der Jagiellonen-Dynastie, Großfürst Jogaila von Litauen, als Wladyslaw II. Jagiello, König von Polen, 15. Jahrhundert.
Polen-Litauen gegen den Deutschen Orden, in einer der größten Schlachten des 15. Jahrhunderts, der Schlacht bei Tannenberg, 1410 (Holzschnitt von Marcin Bielski, 1554).
Polen-Litauen gegen das Großfürstentum Moskau, in einer der größten Schlachten des 16. Jahrhunderts, der Schlacht bei Orscha (Gemälde 16. Jahrhundert).
Unter König Kasimir II. Jagiello erweiterten die Jagiellonen ihren Herrschaftsbereich über weite Teile Europas.

Polen auf dem Weg zur europäischen Großmacht

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Größte Einflusssphäre der Jagiellonen in Europa seit 1490, durch den Erwerb der ungarischen Krone bis zur Schlacht bei Mohács, 1526, dem Beginn der mehr als 300 Jahre dauernden Türkenkriege in Mitteleuropa.