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Der 1. Weltkrieg

Die Jahre 1905 – 1914

Die Wahlen zur 1. russischen Duma (1906) wurden von der PPS boykottiert. Nach Vorbild der russischen Sozialdemokraten gründete Pilsudski (Vorsitzender der PPS) Kampfgruppen und unternahm mit ihnen (1906-08) Überfälle auf staatliche Kassen und Attentate auf hohe russische Beamte und Offiziere.

Das österreichische Galizien entwickelte sich zu einem halbautonomen polnischen Staatswesen mit polnischen Beamten und einem polnischen Bildungswesen. Hier gründeten die Polen Schützenverbände für die Schulung künftiger Revolutionäre, die ab 1914 in Polen führend wurden.

Die feindselige Haltung, die Russland seit 1908 gegen Österreich wegen dessen Balkanpolitik einnahm, hatte zur Folge, dass die österreichischen Behörden die polnischen Revolutions- und Kriegsvorbereitungen gegen Russland duldeten.

Die Jahre 1914 – 1918

Der Ausbruch des 1.Weltkriegs belebte zwar die Hoffnungen der polnischen Aktivisten, trotzdem folgten etwa 3 Mill. Polen ihren Befehlen und als russische, bzw. österreichische und deutsche Soldaten kämpften sie gegeneinander.

Am 6.8.1914 überschritt eine Kompanie aus dem galizischen Schützenverband die österreichisch-russische Grenze, und begann damit einen Krieg Polens gegen Russland. Zehn Tage später bildete sich in Krakau das polnische Oberste Nationalkomitee, mit dem Ziel, in Anlehnung an Österreich einen polnischen Staat zu schaffen. Im Sommer 1915 eroberten die Mittelmächte Kongresspolen und einen Teil Litauens. Damit fiel die Hoffnung der Nationaldemokraten auf eine Wiedervereinigung Polens mit russischer Hilfe.

1916 beschlossen Deutschland und Österreich, ein von ihnen abhängiges Königreich Polen zu errichten.

Nach dem Sturz des Zaren versprach die neue russische Provisorische Regierung am 30.3.1917 den Polen fast völlige Unabhängigkeit (nur militärisch sollte der neue Staat mit Russland verbunden werden).

15.8.1917 entstand in Lausanne das Polnisches Nationalkomitee, welches bis Ende 1917 von den westlichen Alliierten und den Vereinigten Staaten als Vertretung Polens anerkannt wurde.

Im Oktober 1917 setzten die Mittelmächte, als Gegengewicht zu Lausanne, in Warschau einen polnischen Regentschaftsrat und eine Regierung ein, die weit reichende Kompetenzen hatte.

Am 7.11.1917 siegte in Russland die bolschewistische Revolution. Danach erklärte Lenin in einer „Deklaration der Rechte der Völker Russlands“ ein Recht auf Selbstbestimmung bis hin zur Abtrennung und Bildung von selbständigen Staaten.

Am 3.3.1918 musste Sowjetrussland in Brest-Litowsk den von den Mittelmächten diktierten Frieden unterschreiben und verzichtete dabei u. a. auf Polen, Litauen und Kurland. Schon am 22.1.1917 hatte der amerikanische Präsident Wilson sich vor dem Senat für die Schaffung eines geeinten, unabhängigen und selbstständigen Polens ausgesprochen.

Am 9.11.1918 wurde im besiegten Deutschland die Republik ausgerufen. Nach dem Waffenstillstand (vom 11.11.) wurde Pilsudski als Staatsoberhaupt Polens vereidigt.

Infolge der Pariser Konferenz erhielt Polen den polnischen Korridor, einen Streifen Land mitten durch Königspreußen und damit einen Zugang zur Ostsee. Mit diesem Beschluss war Ostpreußen vom restlichen Deutschland abgeschnitten und Danzig, das überwiegend deutsch bevölkert war, erhielt den früheren Status als Stadtstaat zurück. Die endgültigen Grenzen Polens wurden aber erst im Laufe der drei folgenden Jahre festgelegt.

  1. Verschiebung der Ostfront durch den Grossen Rückzug der russischen Armee 1915
  2. Die Proklamation des Königreich Polen durch Hans v. Beseler.
  3. Der Regentschaftsrat: der polnische Duma-Abgeordnete Józef Ostrowski, Erzbischof Aleksander Kakowski und Fürst Zdzisław Lubomirski (v.l.) im Jahr 1917
  4. General Józef Haller mit seinen Truppen an der Front
  1. Zudem wurde das polnische Territorium bald zum Hauptkriegsschauplatz im Osten. Die Besetzung weiter Teile Galiziens durch die russische Armee führte zu einer großen Fluchtwelle der Bevölkerung nach Westen. Darunter befanden sich besonders viele Juden, die Angst vor erneuten Pogromen unter russischer Herrschaft hatten.
  2. Während die einen, unterstützt von Generalgouverneur Hans von Beseler ein autonomes polnisches Königreich Polen befürworteten, plädierten die anderen wie etwa Erich Ludendorff für einen Verständigungsfrieden mit Russland und eine Rückkehr zu den Vorkriegsgrenzen.
  3. Am 18. September 1917 wurde die oberste Staatsgewalt formell auf einen neu eingerichteten dreiköpfigen Regentschaftsrat übertragen, der aus dem Warschauer Erzbischof Aleksander Kakowski, dem Magnaten Fürst Zdzisław Lubomirski und dem ebenfalls adligen früheren Vorsitzenden des Polenklubs der russischen Duma Józef Ostrowski bestand.
  4. Dazu trugen auch polnische Soldaten bei, die auf Seiten Frankreichs kämpften. Die im Juni 1917 ins Leben gerufene Blaue Armee unter General Józef Haller, etwa 70.000 Mann (Freiwillige, ehemalige Kriegsgefangene etc.), wurde u.a. in der Champagne eingesetzt.

Nachkriegszeit 1919 – 1939

1919-1920 beeinflusste der polnisch – sowjetische Krieg am nachdrücklichsten den Verlauf der Landesgrenzen. Polen eroberte einen beträchtlichen Teil der östlichen Gebiete des alten polnisch-litauischen Unions- gebietes, und dieser Erwerb wurde mit dem Vertrag von Riga 1921 bestätigt. Andere Grenzstreitigkeiten wurden mit Hilfe von Volksentscheiden geregelt, die der Neu- gegründete Völkerbund durchführte.

1922 lehnte Pilsudski ab, an den Präsidentschaftswahlen teilzunehmen, da dieses Amt seine Meinung nach mit zu wenig Macht ausgestattet war, um die Instabilität in Polen zu bekämpfen. Der Gewinner der Wahlen, Gabriel Narutowicz, wurde von Nationalisten verfolgt und ermordet. Danach herrschten in Polen mehrere instabile Regierungen. (Wachsende Inflation & Unzufriedenheit in der Schicht von Heeresoffizieren)

Im Mai 1926 initiierte Pilsudski einen Militärputsch, nachdem das Sanacja-Regime seine Arbeit aufnahm und Pilsudski der Oberbefehlshaber bis zu seinem Tod 1935 im Staat wurde.

1937 nach Hitlers Annexion Österreichs und Teilen der Tschechoslowakei, unterschrieben sein Außenminister Ribbentrop und dessen sowjetischer Kollege Molotow 1939 den berüchtigten Grenz- und Freundschaftsvertrag zwischen der Sowjetunion und dem nationalistischen Deutschland. Eine Geheimklausel sah eine vollständige Teilung Polens entlang der Flüsse Narew, Weichsel und San vor.

  1. Marschall Józef Piłsudski, Führer der Zweiten Polnischen Republik in der Zwischenkriegszeit.
  2. Molotow bei der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts, im Hintergrund in der Mitte stehend Ribbentrop und Stalin (v. l.)
  1. Bereits im November 1918 hatte der aus der Magdeburger Haft entlassene Józef Piłsudski in Warschau als „Vorläufiges Staatsoberhaupt“ die Macht übernommen. Er berief einen verfassunggebenden Sejm ein, der eine demokratische Verfassung ausarbeiten und verabschieden sollte.
  2. Nach Kündigung des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes folgte der Angriff auf Polen am 17. September wurde Polen – wie in dem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts vorgesehen – auch von der Sowjetunion angegriffen. Am 28. September kapitulierte Warschau.

Die deutsche und sowjetische Besatzung

Europa Ende September 1939 nach der deutschen und der sowjetischen Besetzung Polens infolge des Hitler-Stalin-Paktes

Die Besatzungszeit hatte für große Teile der polnischen Zivilbevölkerung katastrophale Folgen. Die industriell und landwirtschaftlich entwickelten Teile wurden direkt annektiert. Der Rest mit etwa zehn Millionen Menschen wurde als „Generalgouvernement“ dem Reichsminister Hans Frank unterstellt. Zu den übergreifenden Zielen der Besatzungspolitik im gesamten Gebiet gehörten 1.) die Ausschaltung und Vernichtung der polnischen Intelligenz, 2.) die Vorverlegung der deutschen Ostgrenze und die Erweiterung des „Lebensraums im Osten“ und 3.) die Stärkung der deutschen Kriegswirtschaft durch rücksichtslose Ausbeutung des Arbeitskräftepotenzials und der materiellen Ressourcen Polens.

Der 2. Weltkrieg

Am 1.September 1939 fiel Hitler in Polen ein, und annektierte die freie Stadt Danzig. Sechzehn Tage später zogen die Sowjets in den Ostteil des Landes ein, dabei beriefen sie sich auf die im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarte Teilung. (Die Alliierten, die sich verpflichtet hatten, Polen zu verteidigen, reagierten nicht sofort und in der ersten Oktober Woche kapitulierte Polen.)

Millionen von Zivilisten, darunter fast alle polnischen Juden, wurden in den Konzentrations- lagern der Deutschen ermordet. Als die National- sozialisten den Pakt von 1939 brachen und im Juni 1941 die Sowjetunion überfielen, musste der polnische Widerstand, angeführt von der Heimatarmee, nicht länger an zwei Fronten Kämpfen, denn daraufhin ging Stalin ein Bündnis mit Sikorski ein.

1943 Aufstand im Warschauer Ghetto mit etwa 60.000 Opfern (April/Mai).

Während der Befreiung Polens 1944 setzten die Sowjets eine polnische Regierung ein. Die Möglichkeit, eine echte polnische Herrschaft wiederherzustellen, hing weitgehend vom Warschauer Aufstand gegen die Deutschen ab. So musste die Heimatarmee, als die Sowjets schon vor Warschau standen, handeln. Während des anschließenden Blutbades blieb die Rote Armee abwartend in ihren Stellungen. Die Aufständischen wurden Anfang Oktober geschlagen und Warschau wurde ganz zerstört.

Insgesamt starben 25% der Bevölkerung Polens und das gesamte Land wurde verwüstet, die Industrie war lahm gelegt. Die Verluste im Osten, darunter Lwow und Vilnius, beides Zentren der polnischen Kultur, verursachten in den folgenden zwei Jahren, dass sich Millionen von Menschen von einem Ende des Landes zu anderem aufmachten.

Bei dem Potsdamer Abkommen bekam Polen nach einer Unterbrechung von 700 Jahren Pommern, das industriell wertvolle Schlesien, sowie die Stadt Danzig (später Gdansk benannt) wieder zurück. Es wurde die Polnische Arbeiterpartei unter Generalsekretär Wladislaw Gomolka gegründet.

In den Wahlen 1947 wurde der politische und wirtschaftliche Weg für Polen festgelegt. Die Kommunisten und Sozialisten, anfangs im Demokratischem Block vereint, verschmolzen gezwungener Maßen zur PZPR = Vereinigte Polnische Arbeiterpartei.

  1. 1. September 1939 die Zerstörung der Stadt Wieluń
  2. Todes- und Vernichtungslager der deutschen Nationalsozialisten in Auschwitz-Birkenau
  3. Polnische Pfadfindersoldaten im Warschauer Aufstand von 1944
  4. Stalin, Truman und Churchill bei der Potsdamer Konferenz
  1. Am 1. September um 4:45 griff die deutsche Luftwaffe mit 87 Sturzkampfbombern die Stadt Wielun an und zerstörte die Stadt zu 70 Prozent. Zugleich beschoss das Linienschiff Schleswig-Holstein die Westerplatte bei Danzig.
  2. Ein besonders schlimmes Schicksal traf die polnischen Juden, von denen 89 Prozent (oder 2,5 bis 3 Millionen) den Völkermord nicht überlebten.
  3. Im Jahr 1944 folgte der Warschauer Aufstand, der in Deutschland oft mit dem Ghettoaufstand von 1943 verwechselt wird. Deutsche Truppen haben den Aufstand brutal niedergeschlagen, die Zahl der Toten wird auf 180.000 geschätzt.
  4. Als Potsdamer Abkommen wird das Ergebnis der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August 1945 auf Schloss Cecilienhof in Potsdam nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa bezeichnet. Die politische und geografische Neuordnung Deutschlands, seine Demilitarisierung, die von Deutschland zu entrichtenden Reparationen und der Umgang mit deutschen Kriegsverbrechern wurde auf dieser Konferenz beschlossen.
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