Wenn dich ein Polizist anhält…

Polizisten, die dich zur Verkehrskontrolle anhalten sind alle gleich angezogen; sie können über die Uniformeine signalgelbgrüne Weste mit der schwarzen Aufschrift “Policja” (Polizei) tragen. Der Funkstreifenwagen ist dunkelblau, hat weiße Türen oder einen weißen Reflexstreifen rund um die Karosserie herum.
An der Vordertür steht „POLICJA“, auf dem Dach ist Blaulicht installiert, oder Blaulicht und Rotlicht und die beleuchtete Aufschrift „POLICJA“.
Alle Streifenwagen sind mit einer taktischen Zahl versehen (1-2 Buchstaben und drei Ziffern) die hinter auf den Kotflügeln, hinten auf der rechten Seite der Karosserie und auf dem Dach angebracht sind.
Der Polizist gibt das Signal zum Anhalten mit der Winkerkelle oder Hand, nach Dämmerung – nur mit Rotlicht von der Taschenlampe.
Das Signal zum Anhalten kann auch vom Streifenwagen aus gegeben werden durch kurzes Einschalten von Blaulicht und Martinshorn.
Ein Polizist ohne Uniform kann dich nur in geschlossenen Ortschaften anhalten und muss seinen Dienstausweis vorzeigen.

Ordnungswidrigkeiten und Verwarnungsgeld

Seit dem 18. Mai 2015 gilt in Polen ein neuer, drastisch verschärfter Bußgeldkatalog, der insbesondere die Raser unter den Autofahrern deutlich treffen wird. Überschreitet ein Fahrer die zulässige Geschwindigkeit innerorts um 50 km/h wird sein Führerschein für 3 Monate los – und das betrifft auch die Ausländer! Diese bekommen ein Ersatzdokument, das sie für 72 Stunden zum Führen eines Fahrzeugs berechtigt. Der Führerschein wird von der polnischen Polizei an die ausstellende Behörde im Heimatland verschickt. Strafpunkte werden an das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg gemeldet.

Die Ausländer zahlen dem Polizisten Geldbuße in bar (in PLN), nachdem er den Strafzettel ausgestellt hat. Man zahlt den Betrag in der Höhe, die auf der Quittung zu sehen ist. In Polen wird die Höhe der Geldbuße gesetzlich bestimmt. Hier einiges aus dem Bußgeldkatalog:

  • Das Befahren von mehr als einem Fahrstreifen gleichzeitig – 150 zł
  • Das Nichtanlegen von Sicherheitsgurten von Fahrer und Fahrgästen – 100 zł
  • Die nicht vorschriftsmäßige Beförderung von kleinen Kindern (kein Kindersitz) – 150 zł
  • Das Benutzen des Mobiltelefons vom Fahrer, wenn er es in der Hand halten muss – 200 zł
  • Das Nichtbeachten in geschlossenen Ortschaften der Vorfahrt der Busse und der O-Busse, die Haltestelle verlassen und dies signalisieren – 200 zł
  • Die Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit bis
    a) 10 km/h – bis 50 zł
    b) um 11-20 km/h – 50-100 zł
    c) um 21-30 km/h – 100-200 zł
    d) um 31 -40 km/h – 200-300 zł
    e) um 41 – 50 km/h – 300-400 zł
    f) um 51 km/h und mehr – 400-500 zł
  • Fahrer, die das Tempolimit innerorts um mindestens 50 km/h überschreiten, nimmt die Polizei den Führerschein an Ort und Stelle für drei Monate ab, ein Gerichtsverfahren ist in Polen dafür nicht nötig. Führt der Fahrer trotzdem innerhalb der Strafzeit ein Auto, wird die führerscheinlose Zeit automatisch um weitere drei Monate verlängert. Bei noch einem Verstoß muss die Führerscheinprüfung erneut abgelegt werden.
  • Das Wenden bei Gefährdung oder Erschwerung des nachfolgenden Verkehrs – 200-400 zł
  • Das Vorbeifahren an einem haltenden Fahrzeug, das die Fußgänger passieren läßt – 500 zł
  • An einem Fußgängerüberweg dem Bevorrechtigten das Überqueren der Fahrbahn nicht ermöglichen – 350 zł
  • Das Anhalten oder Parken auf Autobahnen oder Schnellstraßen anderswo als an dafür vorgesehenen Stellen – 300 zł
  • Das Parken in Wohngebieten an nicht dafür vorgesehenen Stellen – 100 zł
  • Das Führen von Fahrzeugen ohne die dafür benötigte Erlaubnis – 50-250 zł
  • Das Führen von Fahrzeugen unter Alkoholeinfluss von 0,2 bis 0,5 Promille – Führerscheinentzug von mindestens 6 Monaten und eine Geldstrafe von 5.000 PLN. Bei mehr als 0,5 Promille – Fahrverbot von mindestens einem Jahr und gegebenenfalls eine Haftstrafe von bis zu 2 Jahren.

Straßenaufsichtsorgane

Der Kontrolle durch Straßenaufsichtsorgane (Inspekcja Transportu Drogowego ITD) unterliegen Warentransporte (über 3,5 T.) und Personenbeförderung.
Der Inspektor der Aufsichtsorgane (ITD) hat das Recht:

  • das Fahrzeug zu betreten
  • Dokumente zu kontrollieren
  • Messgeräte, Masse, Achslasten, Abmessungen zu kontrollieren
  • Dokumente vom Fahrer und anderen Personen zu kontrollieren
  • Beweismaterialien zu sichern
  • gebührenpflichtig zu handen