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Andrzejki – Die Nacht, in der Wachs und Schuhe einen anderen Zweck erfüllen…

Andrzejki – Die Nacht, in der Wachs und Schuhe einen anderen Zweck erfüllen…

Mädels! In der Nacht vom 29. auf den 30. November ist es wieder so weit! Ihr könnt einen Blick auf euren Zukünftigen werfen!

Dazu braucht ihr nichts weiter als Wachs, einen Schlüssel und eine Schüssel mit kaltem Wasser. Wachs erhitzen, durch das Schlüsselloch in eine Schüssel mit kaltem Wasser tropfen lassen und in der abenteuerlichen Form dann sehen, was ihr sehen wollt. Das ist doch mal was!

Oder ihr versammelt euch in einem Raum, jede zieht einen ihrer Schuhe aus, ein Schuh wird vor den anderen gestellt, die Schlange führt Richtung Tür und wessen Schuh als erstes die Türschwelle überquert, wird bald heiraten. Schuhgröße 40/41 kann da schon mal von Vorteil sein.
So machen es zumindest seit jeher die jungen, heiratswilligen Polinnen in der Andreasnacht, auf Polnisch „Andrzejki“, einem traditionellen Volksbrauch, der heute in Polen eher als letzte Partygelegenheit vor Weihnachten genutzt wird.

Die sogenannte Losnacht, d.h. die Nacht des Wahrsagens oder des Zaubers geht auf den Hl. Andreas zurück, einen der ersten vier Jünger Jesu, der am 30. November 60 einen Märtyrertod starb. Den 30. November beging man bereits seit dem 4. Jhd. zunächst als Gedenktag zu Ehren des Hl. Andreas. Der offizielle Kirchenkalender zeigt an diesem Tag auch das Ende des Kirchenjahres und den Beginn der Adventszeit an. Der Zeitpunkt des Ausklangs eines alten und zugleich des Vorboten eines neuen Zyklus erklärt die abergläubische Komponente des Brauchtums. Daran angelehnt wird das Ende des bürgerlichen Kalenders mit ähnlichen Ritualen, wie etwa dem Bleigießen, gefeiert.

Der Hl. Andreas ist zudem der Schutzpatron der Liebenden und der Ehe, wozu vielleicht die Bedeutung seines Namens als „der Tapfere, der Männliche“ beigetragen hat. Wenn das keine guten Vorzeichen sind, um nach der Andreasnacht mit den Hochzeitsvorbereitungen beginnen zu können, dann weiß ich es auch nicht.

Ulla

Über Ulla

Geboren bin ich in Warschau, aufgewachsen in Köln und vor Kurzem an der Viadrina in Frankfurt (Oder) gelandet, um europäische Kulturgeschichte zu studieren. Den Mix der Kulturen habe ich absolut verinnerlicht, besonders seit ich in Frankfurt (Oder) lebe.

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